Verfasst von: Axel Brodehl | 2. März 2015

Deutscher Mediationstag 2015

Am Ende dieser Woche findet der diesjährige Deutsche Mediationstag am 06. und 07. März statt. Er steht unter dem Motto “Kommunikation im Konflikt”. Wie in den vergangenen Jahren wird die zweitägige Veranstaltung in der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgerichtet. Wie man dem Flyer entnehmen kann, gibt es erneut zahlreiche Vorträge von Rednern aus Wissenschaft und Praxis, eine Podiumsdiskussion sowie eine Auswahl an Foren, die zur Teilnahme einladen. Das Rahmenprogramm bietet darüber hinaus erneut zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch mit anderen Mediatoren.

Meinen Teilnahmebericht eines vergangenen Deutschen Mediationstags in Jena finden Sie hier.

Nähere Informationen zur diesjährigen Veranstaltung stehen auf der Website der Universität Jena.

Verfasst von: Axel Brodehl | 22. Februar 2015

Neuer Bahnstreik – noch vermeidbar?

Zugausfälle, drastische Verspätungen, Verkehrschaos – kurz: es heißt mal wieder Bahnstreik. Man hat sich bald schon daran gewöhnt, daß die Bahn bestreikt wird. Am Mittwoch hat die Lokführergewerkschaft GDL erneut einen Streik angekündigt, der rund 100 Stunden dauern soll, wobei sie keinen bestimmten Termin nannte. Die betroffene Bevölkerung ist nicht unbedingt begeistert, weshalb sich nicht nur die Politik einmischt: Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) rügt die GDL scharf und mahnt einen verantwortungsvollen Umgang mit der Tarifautonomie an. Klaus Müller, Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), wirft der GLD „Hinhaltetaktik und Geiselnahme der Verbraucher“ vor. Klaus Dauderstädt, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes (dbb), wiederum gibt der Deutschen Bahn die Schuld für die Eskalation. Und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor weiteren Schäden für die deutsche Wirtschaft.

Die Deutsche Bahn AG hat den Vorschlag des dbb aufgenommen und sich zu einer Schlichtung oder Moderation bereit erklärt. Sie wolle weitere Streiks auf jeden Fall vermeiden. Auch Gerd Aschoff, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, fordert die Einschaltung eines Schlichters; er könne sich auch eine Mediation vorstellen.

Die Frage, ob hier eine Mediation sinnvoll ist, wird immer wieder aufgeworfen. Für ein Mediationsverfahren kommt es sehr darauf an, daß beide Seiten eine entsprechende Bereitschaft aufbringen. Als unbeteiligter Zuschauer könnte man allerdings manchmal den Eindruck bekommen, daß hier zwei Züge mit voller Geschwindigkeit aufeinander zurasen. Gemäß den 9 Eskalationsstufen nach Glasl scheint der Bereich Lose-Lose bereits erreicht sein. Das macht es nicht einfach, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn sich die Politik aus dem Streit heraushält. Aber auch das dürfte schwierig sein, wenn man bedenkt, daß die Politik seit dem vergangenen Jahr an der Verabschiedung eines neuen Tarifgesetzes arbeitet.

Quelle:

FAZ.net

mdr.de

Verfasst von: Axel Brodehl | 27. Januar 2015

Weisungsrecht zur Durchführung einer Mediation

Bekanntermaßen ist eine Mediation ein freiwilliges Verfahren zur Konfliktbeilegung. Freiwillig bedeutet, die Konfliktparteien (Medianten genannt) müssen der Durchführung des Mediationsverfahrens zustimmen. Alles andere macht auch keinen Sinn, da die Medianten sich während der Mediation öffnen, sprich dem Gegenüber die Hintergründe ihrer Forderungen und/oder ihres Handelns eröffnen sollen. Man stelle sich einen Teilnehmer vor, der sich mit verschränkten Armen hinsetzt und die Zeit einfach absitzt.

Am 27.08.2013 hat das Landesarbeitsgericht Nürnberg beschlossen, ein Arbeitgeber könne einen Arbeitnehmer nicht zur Teilnahme an einer Mediation verpflichten (Aktenzeichen 5 TaBV 22/12). Anders wird das in der Literatur gesehen, etwa Münchener Kommentar BGB, Müller-Glöge, 6. Aufl. 2012, § 611 BGB Rn. 1064 oder Henkel/ Göhler in Arbeit und Arbeitsrecht, Heft 12/2014, S. 703. Danach bestünde ein Weisungsrecht des Arbeitgebers zumindest für die Verpflichtung zur Teilnahme am Erstgespräch. Der Beschäftigte könne dann immer noch gemäß § 2 Abs. 5 S. 1 Mediationsgesetz jederzeit die Beendigung der Mediation herbeiführen.

Unabhängig von der rechtlichen Situation stellt sich die Frage, ob die Anweisung an einen Mitarbeiter, sich einer Mediation zu unterziehen, hilfreich ist. Es gibt sicherlich Situationen, in denen Personen einen kleinen „Stubs“ brauchen; ohne Anstoß läuft bei ihnen nichts. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, seine Mitarbeiter bei einem Konfliktfall in ein Erstgespräch zu schicken. Vielleicht bauen sich dabei schon die Vorurteile ab. Meiner Erfahrung als Mediator und als Arbeitsrechtler nach scheitern insbesondere die Fälle, in denen zumindest eine Seite völlig gegen ihren Willen an der Mediation teilnimmt. Regelmäßig ist die innere Blockadehaltung bereits aufgrund des eigentlichen Konflikts immens groß. Ob die Anweisung, sich nun einer Mediation zu unterziehen, hilfreich ist, bleibt fraglich. Jedenfalls kann sie pauschal nicht beantwortet werden.

Es gibt sie, die Fälle, in denen Mediationen wider Erwarten Wunder gewirkt haben. Es muß aber klar sein, daß sich die wie auch immer formulierte Pflicht zur Teilnahme maximal auf das Erstgespräch erstrecken kann. In einem solchen Fall sollte der Mediator vor dem eigentlichen Einstieg nochmal die Frage stellen, ob alle Beteiligten freiwillig teilnehmen. Ist mindestens ein Mediant nicht bereit dazu, dann ist die Mediation zum Scheitern verurteilt und kostet nur unnötig Zeit und Geld.

Verfasst von: Axel Brodehl | 30. Dezember 2014

Rückblick 2014

Heute erhielt ich einen von WordPress zusammengestellten Rückblick 2014 zu meinem Blog. Am meisten freut mich die Angabe, daß hiernach Besucher aus 35 unterschiedlichen Ländern kamen, die meisten aus Deutschland, USA und Österreich. Und erneut sind alle Kontinente vertreten. Danke an die treue Leserschaft!

Für das Neue Jahr wünsche ich alles Gute, neben Gesundheit, Freude und Erfolg vor allem viele konfliktfreie Zeiten!

Beste Grüße

Ihr Axel Brodehl

Verfasst von: Axel Brodehl | 1. Dezember 2014

Friedensmediation – und was das Auswärtige Amt damit zu tun hat

Am vergangenen Dienstag fand die Konferenz “Deutschland als Vermittler – Friedensmediation und Mediation Support in der deutschen Außenpolitik” statt. Zu der Diskussion hatte das Auswärtige Amt eingeladen. “Wir sprechen viel über offene Konflikte und Kriege – die zahlreichen verhinderten Krisen nehmen wir hingegen kaum wahr”, erläuterte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Genau hier müsse noch mehr angesetzt werden. Mit Spannung wird das Ergebnis der Konferenz erwartet.

Quelle: Auswärtiges Amt

Verfasst von: Axel Brodehl | 1. Oktober 2014

Wann kommen endlich Standards in der Mediation?

Nachdem die Mediationsrichtlinie von 2009 in Form eines Mediationsgesetzes 2012 umgesetzt wurde, hofften viele, daß endlich eine Standardisierung der Mediationsausbildung käme. Bei Mediationstag im Schleswiger Oberlandesgericht erklärte die schleswig-holsteinische Justizministerin Anke Spoorendonk, Schirmherrin der Veranstaltung: „Wer gehofft hat, dass durch das Inkrafttreten des Mediationsgesetzes 2012 zeitnah einheitliche Qualitätsstandards und gleichzeitig Transparenz geschaffen werden, muss enttäuscht sein“.

In der Tat wird es Zeit, daß Qualitätsstandards gesetzt werden. Noch immer können sich Leute Mediator nennen, ohne eine entsprechende Ausbildung oder wenigstens Erfahrung mitzubringen. Alle Beteiligten sind aufgefordert, diese Lücke endlich zu schließen.

Quelle: Schleswiger Nachrichten

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. August 2014

Mediationskongreß 2014

Vom 14. bis 15. November findet der diesjährige Mediationskongreß in Ludwigsburg statt, der unter dem Motto “Beteiligung, Qualität, Recht” steht. Veranstalter sind die Vereine Bundesverband Mediation e.V. (BM), Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeit e.V. (BMWA) und Bundes-Abeitsgemeinschaft für Familien-Mediation e.V. (BAFM).

 

Weitere Informationen: http://www.mediationskongress2014.de/

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. Juli 2014

Vermeidung von Konflikten mittels einer Mediation

Gestern wurde ich gefragt, ob man Konflikte mittels eines Mediationsverfahrens eigentlich auch vermeiden kann, bevor sie überhaupt entstehen.

So pauschal läßt sich die Frage natürlich nicht beantworten. Bei sich abzeichnenden Konflikten, die diesen Status noch nicht erreicht haben, müssen zunächst alle Beteiligte erkennen, daß ein Konflikt droht. Es ist also nicht nur die Bereitschaft erforderlich, bei einem Konflikt gemeinsam einen neutralen Dritten zur Lösungsfindung herbeizuziehen.

Kommen hier alle Seiten zu derselben Einschätzung und Bereitschaft, dann kann ein offenes klärendes Gespräch über die Wünsche, Erwartungen, Enttäuschungen und ähnliches den Konflikt im Kern ersticken. Hierzu stehen auch Mediatoren zur Verfügung, die mit denselben Techniken wie bei “ausgewachsenen” Konflikten die Beteiligten dazu bringen können, die Hintergründe für ihr jeweiliges Verhalten zu erläutern und letztlich gemeinsam an einer Lösungsfindung zu arbeiten.

Verfasst von: Axel Brodehl | 30. Juni 2014

Urteil: Rechtsschutzversicherer kann den Mediator nicht festlegen

Das Landgericht Frankfurt am Main hat in seinem Urteil vom 07.05.2014 entschieden, daß eine Rechtsschutzversicherung dem Versicherungsnehmer nicht vorschreiben darf, welchen Mediator dieser einschaltet. Geklagt hatte die Rechtsanwaltskammer Berlin. Es ging um eine Klausel, die dem Versicherungsnehmer vorschreibt, in bestimmten Fällen vor einem Gerichtsverfahren zunächst ein Mediationsverfahren durchzuführen, für das das Versicherungsunternehmen den Mediator festlegt.

Das Landgericht argumentiert unter anderem damit, die Auswahl durch den Versicherer gefährde die Unparteiigkeit der Mediation.

Quelle: Haufe.de

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. Mai 2014

Tod bei Mediation

Leider gibt es das auch: in Nord-Darfur wurde ein sogenannter Friedenswächter aus Ruanda getötet, als er versuchte, eine Mediation zwischen zwei bewaffneten Konfliktparteien durchzuführen. Es handelte sich um eine von den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union eingesetzte Friedensmission (UNAMID). Berichten zufolge wurde eine der Gruppen im Laufe des Treffens aggressiv und begann, auf das ruandische Team zu schießen. Drei der Friedenswächter wurden teils schwer verletzt, der vierte starb.

Der Chef von UNAMID erklärte: <Unsere Friedenswächter versuchten, den Konflikt in gutem Glauben zu mediieren, doch bedauernswerterweise wurden ihre Bemühungen nicht geschätzt. Sie zahlten den höchsten Preis mit Courage und Einsatzbereitschaft bei der Ausübung ihrer noblen Aufgabe: beim Versuch, Darfur Frieden zu bringen.>

Glücklicherweise gibt es aber auch immer wieder erfolgreiche Friedesmissionen.

Im Gedenken an diejenigen, die für den Frieden ihr Leben riskieren.

Quellen:

foxnews

allafrica.com

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