Verfasst von: Axel Brodehl | 1. Oktober 2014

Wann kommen endlich Standards in der Mediation?

Nachdem die Mediationsrichtlinie von 2009 in Form eines Mediationsgesetzes 2012 umgesetzt wurde, hofften viele, daß endlich eine Standardisierung der Mediationsausbildung käme. Bei Mediationstag im Schleswiger Oberlandesgericht erklärte die schleswig-holsteinische Justizministerin Anke Spoorendonk, Schirmherrin der Veranstaltung: „Wer gehofft hat, dass durch das Inkrafttreten des Mediationsgesetzes 2012 zeitnah einheitliche Qualitätsstandards und gleichzeitig Transparenz geschaffen werden, muss enttäuscht sein“.

In der Tat wird es Zeit, daß Qualitätsstandards gesetzt werden. Noch immer können sich Leute Mediator nennen, ohne eine entsprechende Ausbildung oder wenigstens Erfahrung mitzubringen. Alle Beteiligten sind aufgefordert, diese Lücke endlich zu schließen.

Quelle: Schleswiger Nachrichten

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. August 2014

Mediationskongreß 2014

Vom 14. bis 15. November findet der diesjährige Mediationskongreß in Ludwigsburg statt, der unter dem Motto “Beteiligung, Qualität, Recht” steht. Veranstalter sind die Vereine Bundesverband Mediation e.V. (BM), Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeit e.V. (BMWA) und Bundes-Abeitsgemeinschaft für Familien-Mediation e.V. (BAFM).

 

Weitere Informationen: http://www.mediationskongress2014.de/

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. Juli 2014

Vermeidung von Konflikten mittels einer Mediation

Gestern wurde ich gefragt, ob man Konflikte mittels eines Mediationsverfahrens eigentlich auch vermeiden kann, bevor sie überhaupt entstehen.

So pauschal läßt sich die Frage natürlich nicht beantworten. Bei sich abzeichnenden Konflikten, die diesen Status noch nicht erreicht haben, müssen zunächst alle Beteiligte erkennen, daß ein Konflikt droht. Es ist also nicht nur die Bereitschaft erforderlich, bei einem Konflikt gemeinsam einen neutralen Dritten zur Lösungsfindung herbeizuziehen.

Kommen hier alle Seiten zu derselben Einschätzung und Bereitschaft, dann kann ein offenes klärendes Gespräch über die Wünsche, Erwartungen, Enttäuschungen und ähnliches den Konflikt im Kern ersticken. Hierzu stehen auch Mediatoren zur Verfügung, die mit denselben Techniken wie bei “ausgewachsenen” Konflikten die Beteiligten dazu bringen können, die Hintergründe für ihr jeweiliges Verhalten zu erläutern und letztlich gemeinsam an einer Lösungsfindung zu arbeiten.

Verfasst von: Axel Brodehl | 30. Juni 2014

Urteil: Rechtsschutzversicherer kann den Mediator nicht festlegen

Das Landgericht Frankfurt am Main hat in seinem Urteil vom 07.05.2014 entschieden, daß eine Rechtsschutzversicherung dem Versicherungsnehmer nicht vorschreiben darf, welchen Mediator dieser einschaltet. Geklagt hatte die Rechtsanwaltskammer Berlin. Es ging um eine Klausel, die dem Versicherungsnehmer vorschreibt, in bestimmten Fällen vor einem Gerichtsverfahren zunächst ein Mediationsverfahren durchzuführen, für das das Versicherungsunternehmen den Mediator festlegt.

Das Landgericht argumentiert unter anderem damit, die Auswahl durch den Versicherer gefährde die Unparteiigkeit der Mediation.

Quelle: Haufe.de

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. Mai 2014

Tod bei Mediation

Leider gibt es das auch: in Nord-Darfur wurde ein sogenannter Friedenswächter aus Ruanda getötet, als er versuchte, eine Mediation zwischen zwei bewaffneten Konfliktparteien durchzuführen. Es handelte sich um eine von den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union eingesetzte Friedensmission (UNAMID). Berichten zufolge wurde eine der Gruppen im Laufe des Treffens aggressiv und begann, auf das ruandische Team zu schießen. Drei der Friedenswächter wurden teils schwer verletzt, der vierte starb.

Der Chef von UNAMID erklärte: <Unsere Friedenswächter versuchten, den Konflikt in gutem Glauben zu mediieren, doch bedauernswerterweise wurden ihre Bemühungen nicht geschätzt. Sie zahlten den höchsten Preis mit Courage und Einsatzbereitschaft bei der Ausübung ihrer noblen Aufgabe: beim Versuch, Darfur Frieden zu bringen.>

Glücklicherweise gibt es aber auch immer wieder erfolgreiche Friedesmissionen.

Im Gedenken an diejenigen, die für den Frieden ihr Leben riskieren.

Quellen:

foxnews

allafrica.com

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. März 2014

Greift die Rechtsschutzversicherung?

Viele Versicherungen haben erkannt, daß ein Mediationsverfahren häufig deutlich günstiger als ein Gerichtsverfahren ist. Daher sind Mediationsverfahren inzwischen bei vielen Rechtsschutzversicherungen mit abgedeckt. Allerdings unterscheiden sich die Angebote immens. Angefangen bei der Frage, ob die eigene Rechtsschutzversicherung überhaupt bei Mediationen einspringt, über die Frage nach der Selbstbeteiligung (ob und wenn ja, wie viel) oder der maximalen Versicherungssumme pro Fall bis zu jährlichen Deckelungen oder der maximalen Anzahl der unterschiedlichen Mediationsverfahren gibt es eine große, unübersichtliche Auswahl.

Fragen Sie Ihre Rechtsschutzversicherung, ob sie Sie bei Mediationsverfahren unterstützt und mit welchen Leistungen Sie rechnen dürfen.

Verfasst von: Axel Brodehl | 26. Januar 2014

Bekanntheit und Akzeptanz der Mediation gestiegen

Der Durchschnittsbürger zieht erst ab einem Streitwert von 1.950 Euro vor Gericht. Das ergab der ROLAND Rechtsreport 2014, der vom Institut für Demoskopie Allensbach erstellt und in diesem Monat veröffentlicht wurde. Bei der Studie kam ebenfalls heraus, daß die Hauptgründe der Vermeidung eines Rechtsstreits vor Gericht einerseits die Angst vor dem Prozeßrisiko und andererseits das Widerstreben ist, Streitigkeiten vor Gericht auszutragen. Das Prozeßrisiko muß in der Tat einkalkuliert werden, beträgt es doch bei einem Streitwert von 1.950 Euro bei nur zwei Instanzen in den meisten Fällen 2.293 Euro ohne Mehrwertsteuer. (Bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ist das Prozeßrisiko niedriger.) In den meisten Fällen übersteigt damit das Prozeßrisiko den Streitwert bereits bei nur zwei gerichtlichen Instanzen.

Der Rechtsreport 2014 kam des Weiteren zum Ergebnis, daß etwa die Hälfte der Bürger der Meinung ist, daß sich Streitigkeiten im Wege von Mediationsverfahren lösen lassen. Insgesamt sind sowohl die Bekanntheit als auch die Akzeptanz von Mediationsverfahren seit dem Rechtsreport 2010 gestiegen. Die Frage, ob eine Art Prozeßkostenhilfe auch für Mediationen eingeführt werden soll, sprich daß solche Personen, die sich ein Mediationsverfahren nicht leisten können, beim Staat einen Antrag auf Kostenübernahme stellen können, haben 68% der befragten Bürger, aber nur 31% der befragten Richter und Staatsanwälte mit ja beantwortet.

Die Details des Rechtsreports 2014 können auf dem unten angegeben Link nachgelesen werden.

Quelle: ROLAND Rechtsreport 2014

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. Dezember 2013

Allen Lesern ein gutes, konfliktarmes Neues Jahr!

Oder sollte ich lieber “konfliktfrei” schreiben? Aber wie wäre ein konfliktfreies Leben? Sicher, viele Konflikte würden wir uns lieber sparen. Andererseits wäre es ganz ohne Konflikte vielleicht langweilig!? Wachsen wir nicht auch an den Konflikten, die uns erwarten?

Wie auch immer: mögen uns nur solche Konflikte begegnen, die wir auch bewältigen können. Und sei es mit fremder Hilfe.

In diesem Sinne alles Gute und ein wundervolles Neues Jahr!

Beste Grüße
Ihr Axel Brodehl

Verfasst von: Axel Brodehl | 29. November 2013

Wettbewerb Mediation

Schon seit vielen Jahren gibt es in den USA Wettbewerbe zum Thema Mediation. 2006 hat die Internationale Handelskammer in Paris einen vergleichbaren Wettbewerb nach Europa geholt, den ICC International Commercial Mediation Competition. Anders als bei Moot Courts geht es hier rund um das Thema Wirtschaftsmediation, mit dem Ziel, kooperative Verhandlungsführung und Streitschlichtung praktisch zu üben. Außerdem schlüpfen die Studenten bei Moot Courts in die Rolle von Juristen. Bei den Mediationswettbewerben hingegen simulieren die Teilnehmer die Parteien eines Mediationsverfahrens.

Nun hat die Duale Hochschule Ravensburg zum zweiten Mal einen entsprechenden Wettbewerb organisiert. Dabei treten Studententeams mit einer gewissen, zum Finale hin immer kürzeren Vorbereitungszeit gegeneinander an und sollen kreative, zukunftsorientierte Lösungen erarbeiten.

Die Wettbewerbe sind sicherlich ein guter Einstieg, um ein (simuliertes) Mediationsverfahren mal mitzuerleben. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund interessant, daß man anders als bei Gerichtsverfahren mangels Öffentlichkeit bei den echten Mediationsfällen nicht einfach zuschauen kann (es sei denn man darf als Praktikant oder als Referendar dabei sein).

Noch spannender wäre es, wenn die Mediatoren ebenfalls von Teilnehmern des Mediationswettbewerbs gespielt würden. Stattdessen wird für die Rolle des Mediators ein professioneller Mediator eingesetzt. Vielleicht wäre das eine Idee für eine neue Kategorie?

Quellen:

Universität Heidelberg

Schwäbische.de

Verfasst von: Axel Brodehl | 31. Oktober 2013

Sind die Koalitionsverhandlungen eine Mediation?

Das wurde ich diese Woche gefragt. Und ob eine Regierungsbildung mit einem Mediationsergebnis vergleichbar sei. Nein, lautet die Antwort. Zwar mag es sein, daß die Parteien wie Medianten über diverse Punkte streiten. Bei einem Mediationsverfahren unterstützt ein neutraler Dritter, indem er mittels eines vorgegebenen Verfahrens und verschiedener Methoden dafür sorgt, daß die Medianten sich gegenseitig zuhören und eine gemeinsame Lösung finden. Anders bei einer Koalitionsverhandlung, bei der sich die politischen Parteien ohne einen neutralen Dritten zusammensetzen. Die Koalitionspartner suchen aber auch nur eine Lösung für die kommende Legislaturperiode – je nach der Ebene also für 4 bis 5 Jahre. Medianten hingegen suchen eine Lösung, die möglichst dauerhaft halten soll. Der Horizont ist also ein völlig unterschiedlicher.

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