Verfasst von: Axel Brodehl | 14. Dezember 2009

Hannover 96 gegen DFL

In der Fußball-Bundesliga gilt die sogenannte „50-plus-1-Regel“. Diese besagt, daß Investoren nicht mehr als 50 Prozent der Anteile am Vereinsvermögen erwerben dürfen. In anderen Fußball-Ligen wie etwa in England gilt eine solche Regelung nicht. Dies führt dazu, daß dort z.B. ein russischer Milliardär wie Abramowitsch einen Verein wie Chelsea oder ein reicher arabischer Scheich einen Verein wie Manchester City erwerben kann. In Deutschland hingegen soll ein solches Investment verhindert und damit mehr Kontinuität erreicht werden. So schnell, wie ein Investor einen Verein in die Champions League führen kann, so schnell kann er ihn auch wieder fallenlassen mit dem Risiko nicht nur eines sportlichen, sondern auch eines finanziellen Absturzes bis hin zu einer Insolvenz.

Der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, drängt schon seit längerer Zeit darauf, die 50-plus-1-Regel in ihrer jetzigen Form abzuschaffen. Hintergrund seiner Forderung ist die Erreichung einer größeren Chancengleichheit. Die 50-plus-1-Regel führt aus seiner Sicht nicht nur auf internationaler Ebene zu einer Wettbewerbsverzerrung. Vereine wie Hannover 96 hätten auch in Deutschland keine Chance – insbesondere gegen die sogenannten Werkselfen VfL Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen, die von den Konzernen VW bzw. Bayer Schering Pharma finanziert werden, sowie gegen den Verein TSG 1899 Hoffenheim, hinter dem der SAP-Gründer Dietmar Hopp steht.

Bereits im Sommer 2007 hatte Martin Kind einen offenen Brief geschrieben und die Abschaffung der 50-plus-1-Regel gefordert. Anfang November stellte er auf der Ligaversammlung einen offiziellen Antrag auf Abschaffung der Regel. Dieser wurde jedoch mit großer Mehrheit abgelehnt. Viele Funktionäre sehen die 50-plus-1-Regel als Schutz gegen Spekulationen.

Nun erwägt Hannover 96, den Streit gerichtlich auszufechten. Zur Not wolle man „vor ein EU-Gericht ziehen“. Zuvor will Kind es jedoch offenbar auf eine andere Weise versuchen und „eine Mediation davorschalten“. Diese solle zwischen Hannover 96 und der DFL vermitteln.

Quelle:

kicker.de


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