Verfasst von: Axel Brodehl | 17. Dezember 2008

Für Kinder erklärt

In einem Forum fand ich folgenden Eintrag von gestern:

„Was muss man bei „mediation“beachten? Wir schreiben jetzt in der siebten klasse eine arbeit und es wird auch mediation vorkommen.was muss man dabei beachten?könnt ihr mir beispiele geben?“

Wie erklärt man die Mediation mit einfachen Worten einem Kind? Ein Versuch:

Stell Dir vor: Du streitest Dich mit Deinem besten Freund. Ihr findet einfach keine Lösung. Inzwischen sprecht Ihr schon gar nicht mehr miteinander; und wenn doch, dann schreit Ihr Euch nur noch an. Eigentlich ist das schade, denn Du willst Deinen besten Freund nicht verlieren. Aber Du willst auch nicht nachgeben bei dem Streit.

Jetzt braucht Ihr Hilfe von einem Dritten. Aber wer kommt dafür in Frage? Wenn Du zu Hause mit Deiner Schwester streitest, dann kommt irgendwann Deine Mutter und geht dazwischen. Die sagt dann, wer recht hat oder wer was machen darf. Genauso ist es in der Schule. Wenn Du in der Schule streitest, dann sagt der Lehrer, Ihr müßt sofort aufhören. Vielleicht sagt er auch, wie Ihr die Situation lösen müßt. Deine Mutter oder Dein Lehrer fragen Euch gar nicht, ob sie Euch bei der Suche nach einer Lösung helfen sollen. Sie sagen einfach, was gemacht werden muß. Basta.

Bei einer Mediation ist das ein bißchen anders. Zuerst müssen Du und Dein bester Freund beide bereit sein, überhaupt nach einer Lösung zu suchen. Dann wählt Ihr einen aus, dem Ihr beide vertraut. Derjenige sollte neutral Euch beiden gegenüber sein. Der große Bruder von einem von Euch wäre da zum Beispiel nicht geeignet. Wenn Ihr jemanden gefunden habt, dann fragt ihn, ob er oder sie bereit ist, Euch zu helfen. Derjenige hört Euch dann beide an, einem nach dem anderen. Ihr erzählt, wie es zu dem Streit gekommen ist und was jeder von Euch will. Derjenige, den Ihr geholt habt (man nennt ihn oder sie „Mediator“), sagt Euch am Ende nicht, wie die Lösung aussieht. Die Lösung müssen Dein bester Freund und Du alleine finden. Aber dieser sogenannte Mediator hilft Euch, daß IHR eine Lösung findet.

Es ist auch besser, daß Ihr eine eigene Lösung findet. Streitest Du zum Beispiel mit Deiner Schwester darum, wer einen bestimmten Ball kriegt, dann sagt Deine Mutter vielleicht, Deine Schwester bekommt ihn. Das ist doof. Du willst den Ball doch auch haben. Du bist nicht einverstanden, kannst aber nichts machen, weil Deine Mutter das so entschieden hat. Ein Mediator hätte Euch vielleicht geholfen, daß Ihr selbst zu dem Ergebnis kommt, daß heute Deine Schwester und morgen Du den Ball bekommst. Vielleicht kommt Ihr deshalb zu diesem Ergebnis, weil heute Deine Schwester Besuch von ihren Freundinnen bekommt und mit denen Ball spielen will. Du aber brauchst ihn eigentlich erst morgen, wenn Du Dich mit Deinen Freunden auf der Wiese triffst, und Ihr ein wenig kicken wollt.

Wenn Du noch weitere Fragen hast, dann kannst Du sie gerne jederzeit stellen. Schreibe einfach zu diesem Beitrag einen Kommentar oder an meine eMailadresse info[at]123mediation.de

Viele Grüße,

Axel Brodehl


Responses

  1. Jungen und Mädchen spielen mit dem selben Ball?


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