Verfasst von: M. R. N. | 25. Oktober 2008

Ballack gegen Löw – der Streit geht weiter

Seit einigen Tagen kommt die Fußball-Nationalmannschaft nicht zur Ruhe. Dabei geht es nicht um schlechte Ergebnisse bei ihren Auftritten, sondern um den Umgang miteinander. Zuletzt kam es zum offenen, über die Presse ausgetragenen Streit zwischen dem Kapitän Michael Ballack und dem Nationaltrainer Joachim Löw.

Jetzt widmete sich der Radiosender WDR2 dem Thema. Testosteron trifft auf Testosteron lautet in etwa die Eingangssequenz eines heutigen Beitrags (WDR2, 25.10.2008, 10:45 Uhr). In einem Interview des Sportpsychologen Prof. Dr. Jens Kleinert von der Deutschen Sporthochschule Köln erläuterte dieser, wie festgefahren eine Situation werden kann, wenn ein Streit öffentlich ausgetragen wird; wie schwierig es ist, den Konflikt wieder beizulegen und dabei das Gesicht zu wahren. Daher schlug er eine Mediation als Lösung vor. Aus seiner Sicht solle das aber kein Vorgesetzter, also nicht etwa Dr. Theo Zwanziger sein. Aber er könnte sich eine Persönlichkeit vorstellen. Ins Gespräch brachte er dabei Franz Beckenbauer.

Es ist richtig, daß der aktuelle Streit in der Fußball-Nationalmannschaft ein klassischer Fall für eine Mediation ist. Allerdings sollte das nicht von einer Person wie Franz Beckenbauer durchgeführt werden.

  • Zunächst ist er nicht als Mediator ausgebildet, kennt also nicht die Methoden der Mediation.
  • Ferner steht er zu jedem der Beteiligten in einer gewissen Beziehung – sei es über sein Amt als Vize-Präsident des DFB, sei es als Präsident des FC Bayern München, bei dem Michael Ballack von 2002 bis 2006 gespielt hat.
  • Franz Beckenbauer ist selbst eine Person des öffentlichen Lebens. Das macht es schwierig, die Vertraulichkeit zu wahren, die für eine Mediation unbedingt erforderlich ist.
  • Und nicht zuletzt hat er den aktuellen Konflikt bereits kommentiert, indem er die DFB-Elf als „Mimosenhaufen“ bezeichnet hat. „Die sollen ihren Mund halten und Fußball spielen“ (siehe hier, hier und hier). Damit ist die für ein Mediationsverfahren unbedingt erforderliche Unparteilichkeit nicht mehr gewahrt.

Stattdessen ist dem letzten Vorschlag von Prof. Dr. Kleinert zuzustimmen: Vielleicht doch lieber einen professionellen Mediator einzuschalten.

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