Verfasst von: Axel Brodehl | 29. September 2008

Ergebnisse des 67. Deutschen Juristentages

Beim diesjährigen Deutschen Juristentag (DJT) in Erfurt kam man hinsichtlich der Mediation zu dem Ergebnis, der Gesetzgeber solle im Zuge der Umsetzung der Mediationsrichtlinie einheitliche Vorschriften einführen. Ansonsten solle die Mediation stärker gefördert werden.

Im Vorfeld zum 67. DJT hatte Prof. Dr. Burkhard Heß Mediation sei reine Anwaltssache, da die Medianten, also die am Konflikt Beteiligten, die sich zu dessen Lösung zusammengesetzt haben, einen juristischen Rat benötigen würden.

Quelle: Welt-Online

Inhalt der Mediationsrichtlinie der EU


Responses

  1. Ich selbst bin Familienrechtlerin und der Ansicht, daß Mediation nur und erst dann reine Anwaltssache sein kann, wenn in der Juristenausbildung endlich auch psychologische und sozialpädagogische Komponenten eine Rolle spielen. Solange Juristen diesbezüglich keinerlei Kompetenzen erwerben, bedarf es in der Mediation Spezialisten, denen die Dynamik familieninterner Problematiken bewußt und bekannt ist. Selbstversändlich müssen auch Juristen zu rate gezogen werden, damit die im Ergebnis der Mediation hoffentlich gefundene Vereinbarung Hand und Fuß hat und auch durchsetzbar ist; allerdings kann die Mediation als solche von nicht näher geschulten Anwälten nicht allein geführt werden.

  2. Sehr geehrte Frau Ehret,
    herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Wie ich bereits in meinem früheren Post „Ist Mediation reine Anwaltssache?“ dargestellt habe, bin ich überhaupt nicht der Ansicht, daß ausschließlich Rechtsanwälte fähig sind, Mediationen durchzuführen.
    Auf der anderen Seite glaube ich aber auch, daß es durchaus Juristen gibt, die – ohne gleichzeitig Pädagoge, Psychologe oder ähnliches zu sein – gute Mediatoren sind, und zwar auch auf dem Gebiet der familiären Konflikte. Mediationen verlangen ein besonderes Maß an Einfühlungsvermögen. Das kann man erlernen (etwa durch ein Studium) oder bereits haben (etwa durch verschiedentliche Situationen im Leben oder aufgrund der Erziehung, die man genossen hat).
    Von daher glaube ich schon, daß es sowohl Juristen als auch Nichtjuristen gibt, die fähig sind, alleine eine Mediation durchzuführen. Letztlich kommt es auf die Person des Mediators an und wie er seine Fähigkeiten einsetzt.


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