Verfasst von: Axel Brodehl | 11. Juli 2008

Geiselnahmen im Ausland

Immer wieder und immer häufiger hören wir von Geiselnahmen im Ausland. In den vergangenen Jahren ist die Zahl – zumindest scheinbar – gestiegen. Aktuell wird über die in der Osttürkei entführten Bergsteiger berichtet.

Geiselnahmen enden in der Tötung der Geisel(n), in ihrer Befreiung durch Eingreiftruppen oder in der freiwilligen Freilassung durch die Entführer. Kommt es zu letzterem, dann wird in der Regel Stillschweigen vereinbart, wie es dazu gekommen ist. Über den Inhalt oder auch nur die Methoden der Verhandlungen wird die Öffentlichkeit im Dunkeln gelassen. Gibt es etwa Lösegeldzahlungen, dann darf ein Staat das nicht offen zugeben, da er sonst signalisiert, er lasse sich erpressen. Das wiederum könnte in einer steigenden Zahl von Entführungen resultieren, da sich die Entführer in ihrer Taktik der Geldbeschaffung bestätigt fühlen würden.

Ein Land, das seit vielen Jahren im Zusammenhang mit der Entführung von Ausländern genannt wird, ist Kolumbien. Die Organisation Farc (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens), derzeit die größte Guerillaorganisation Lateinamerikas, finanziert sich zu einem großen Teil durch Entführungen. Prominentes und vor einer Woche nach 6 langen Jahren befreites Entführungsopfer ist die kolumbianisch-französische Politikerin Ingrid Betancourt.

Wie also werden Entführer davon überzeugt, ihre Geiseln freizulassen? Wie jetzt im Streit zwischen Kolumbien und der Schweiz herauskam, hat die Schweiz bisher sehr intensiv zur Beendigung von Geiselnahmen beigetragen. Dazu setzt sie das Mittel der Mediation ein. Zur Zeit ist sie in „rund 20 Mediationen in etwa 15 Staaten“ beteiligt, wie die NZZ schreibt. Zuständig ist das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Mediationsverfahren sind also eine Methode, um zwischen Geiselnehmern und der anderen Seite zu vermitteln. Aufgrund der derzeitigen Unstimmigkeiten zwischen Bogotá und Bern hat die kolumbianische Regierung der Schweiz vorübergehend das Mandat entzogen, bei Geiselnahmen zu vermitteln. Es bleibt zu wünschen, daß die Schweiz, die offensichtlich sehr erfahren und erfolgreich beim Thema Mediation in Geiselnahmen ist, diese Erfahrungen in Zukunft weiterhin auch in Kolumbien gezielt einsetzen kann.

Quellen:

NZZ Online (Neue Zürcher Zeitung)

Nachrichten.ch


Responses

  1. Was wurde denn nun genommen – Geißeln oder Geiseln?

  2. Keine Ahnung, was mich am Anfang meines Posts geritten hat. Danke für den Hinweis!

  3. Die Geißeln der Menschheit


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: