Verfasst von: Axel Brodehl | 10. Juli 2008

Knut zum Gericht

Wie vom Tierpark Neumünster bereits angedroht, geht der Fall Knut nun vor Gericht. Der Direktor des Tierparks, Peter Drüwa, will noch vor dem Wochenende Klage gegen den Zoologischen Garten Berlin einreichen. Ein wiederholt vom Tierpark angeregtes Mediationsverfahren, um den Konflikt außergerichtlich beizulegen, wurde vom Zoo immer wieder abgelehnt.

Seit Anfang des Jahres streitet der Tierpark mit dem Zoo über die Lizenzrechte um Knut. Der deutschlandweit bekannte Eisbär brachte dem Zoo im vergangenen Jahr Rekordgewinne. Der Zoo hat bereits die Eigentumsrechte des Tierparks grundsätzlich bestätigt, weil der Tierpark Knuts Vater Lars an den Zoo ausgeliehen hatte. Allerdings sieht der Zoo keine anteiligen Verwertungsrechte des Tierparks an den hohen Einnahmen, die Knut dem Zoo verschafft hat.

Nun legt der Tierpark zunächst eine Auskunftsklage ein. Er möchte die exakten Einnahmen des Zoos im Zusammenhang mit Knut erfahren, um dann das Gericht in einem weiteren Schritt entscheiden zu lassen, ob und in welcher Höhe der Tierpark davon zu beteiligen ist.

Wer jetzt noch auf eine etwa durch das Gericht angeregte Mediation hofft, dürfte enttäuscht werden, da Mediationen freiwillig sind und der Zoo ein solches Verfahren bislang strikt abgelehnt hat. Es reicht nicht, wenn nur eine Seite für eine Mediation offen ist.

Quelle: Berliner Morgenpost


Responses

  1. Schade. Ich halte die Einstellung des Zoos total unvernünftig. Sogar wenn sie dem Tiergarten nichts bezahlen müssen, werden die Kosten der juristische Prozess (in Geld, Zeit und PR-Wert) ganz hoch sein.

  2. Hallo Réka,
    das sehe ich ganz genauso. Es bleibt nun abzuwarten, ob der Zoo am Schluß mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Und dazu zählt tatsächlich nicht nur die Entscheidung über eine Beteiligung an den Einnahmen, sondern auch der Aufwand.
    Was die PR anbelangt, bin ich mir allerdings noch nicht sicher, auf wessen Seite sich der Großteil der Betrachter des Konflikts schlagen wird.

  3. Ich weiß auch nicht, was die Betrachter über die Sache denken werden. Meiner Meinung nach ist ein gerichtlicher Prozess mit dem „oh so süß”-em Knut-Image nicht im Einklang. Ich denke, dass die Ereignisse schädlich auf das Image beider Institutionen wirken werden, aber der Berliner Zoo hat in diesem Bereich mehr zu verlieren.
    Die bis jetzt erschienenen Artikel und Pressemeldungen sagen, dass der Tiergarten ein Mediationsverfahren vorschlug, aber der Zoo das ablehnte – so jetzt scheinen die Berliner die „böse“ zu sein. Wir wissen natürlich nicht, was für Verhandlungen die Parteien im Hintergrund führten, ob die Neumünsterer früher eventuelle Angebote abwiesen. Wahrscheinlich hatten beide Fehler gemacht, und deren Ergebnis ist diese Eskalation des Konflikts.

  4. Hallo Réka,
    ich gehe gehe davon aus, daß Sie recht haben. Und auch ich finde es schade, daß es nicht zu dem vom Tierpark Neumünster vorgeschlagenen Mediationsverfahren gekommen ist. Danke für Ihre Anmerkungen!

  5. Der Berlinär Zoo wird sich noch umgucken.


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