Verfasst von: Axel Brodehl | 27. Mai 2008

Münchener OB droht FC Bayern mit Sanktionen

Der Fußballverein FC Bayern München stand bereits am 31. Spieltag als Deutscher Meister fest. Die offizielle Feier fand aber erst nach Ablauf der Saison am 17. Mai 2008 in München statt. Traditionell versammelten sich die Fans auf dem Marienplatz, wo sie auf den Auftritt ihrer Stars auf dem Münchener Rathausbalkon warteten. Und erwartungsgemäß kamen die Spieler, der Trainer, die Vereinsführung und … Nein, der Oberbürgermeister kam dieses Mal nicht. Christian Ude (SPD) blieb der Party fern. Er weilt zur Zeit im Urlaub in Griechenland. Das wiederum regte die Vereinsführung auf. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge kritisierte: „Man hat den Eindruck gewonnen, dass der OB kein Freund der Bayern ist. Er hätte aus Respekt hier sein müssen.“

Ude, Aufsichtsratsmitglied beim lokalen Rivalen TSV 1860 München (zur Zeit in der 2. Bundesliga), versteht nach eigenen Angaben nicht, wieso „die Führungsriege des Vereins (…) aus der Rolle fällt.“ Jedenfalls will er sich das Verhalten des FC Bayern München nicht gefallen lassen und droht jetzt mit Sanktionen. „Das ist ein Umgang, über den die Stadt in Ruhe und mit gut elf Monaten Zeit nachdenken wird, um sich auf eine etwaige weitere Meisterfeier einzurichten.“ Ob dies bedeutet, daß die Bayern bei ihrer nächsten Meisterfeier nicht mehr auf dem Rathausbalkon auftreten dürfen, ließ er offen.

Wahrscheinlich haben beide Seiten das Gefühl, sie bräuchten einander nicht. Der Oberbürgermeister meint, nicht auf „die Bayern“, und die FC Bayern glauben, nicht auf den Oberbürgermeister angewiesen zu sein. Fakt ist jedoch, daß sie einander sehr wohl brauchen (können). Ob man das gerne hört oder nicht: Der FC Bayern bedeutet für die Stadt München einen wichtigen Wirtschaftsfaktor. Er bedeutet Arbeitsplätze und hohe Einnahmen (aus Gewerbesteuer, Umsatzsteuer sowie Einkommenssteuer – sofern der Wohnsitz nicht wie bei Franz Beckenbauer gerade in Österreich liegt). Auf der anderen Seite braucht der Verein auch eine gute Beziehung zur Stadtverwaltung und deren Führung – sei es in der Vergangenheit bei der Suche eines geeigneten Grundstücks für die neue Allianz-Arena; sei es in der Zukunft, wenn es um Förderungen oder auch einmal einen Auftritt wie den auf dem Rathausbalkon geht.

Für beide Seiten wäre es also gut, wenn sie bald wieder normal miteinander kommunizieren. Ein Weg, die Differenzen aus dem Weg zu räumen, ist einfach der Griff zum Hörer. Ein anderer – v.a. wenn wie jetzt die Gemüter sehr erhitzt und sogar die Presse eingeschaltet ist – könnte die Durchführung eines Mediationsverfahrens sein. Ein Mediator könnte vielleicht Wunder wirken, und in München gibt es einige davon.

Quelle: Stern


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